Kunst mit Federn

Mit meiner Arbeit möchte ich einen Ausschnitt der südamerikanischen Kultur und Kunst zeigen, der zum grossen Teil schon verloren gegangen ist. Südamerika gilt als klassisches Gebiet der Federverarbeitung.

Kontaktbrücke zur Welt

Mein Wunsch ist es, in Verbindung mit meinen Wurzeln, meine Kultur zu leben und eine Kontaktbrücke zur Welt zu bauen.

Ökologisch und nachhaltig

Aus ökologischen Gründen arbeite ich im Wesentlichen nur mit Hühner-, Gänse- und Entenfedern.

Ökologische Aspekte

Alexandra Bravo - Arte Plumaria - FreiburgBolivien hat 1274 Vogelarten, das sind 40% der gesamten südamerikanischen Vögel. Viele Arten sind in Gefahr ausgerottet zu werden.

Die Zukunft des Amazonas-Regenwald ist in Gefahr, mit ihr, ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Kulturen. Ich appelliere für die Amazon, einem der letzten Lunge der Welt.

Aus ökologischen Gründen arbeite ich im Wesentlichen nur mit Geflügelfedern zum Beispiel Hühner, Entenfedern. Ich will nämlich nicht die globale Ausrottung wildlebender Vögel und das Geschäft mit exotischen Federn unterstützen.



Der Plünderung der südamerikanischen Vogelwelt zur Federgewinnung muss Einhalt geboten werden. Immer noch werden Vögel getötet und schliesslich ausgerottet, um den Markt mit exotischen Federn in Gang zu halten. Der Federschmuck und das Material in Kursen, in denen ich die Techniken der Federkunst weitergebe, sind im Wesentlichen aus gefärbten Hühnerfedern. Deshalb gehört zu den Federkursen auch die Gewinnung, die Auswahl, und das Färben von Federn.

Günther Hartmann schreibt, dass die Indianer schon einer möglichen Vernichtung gewisser Vogelarten vorgebeugt hätten: Die Beschaffung der Federn frei lebender Vögel erfolgte durch Fangen. “Dazu dienten besonders geformte Vogelpfeile mit stumpf-kugeliger Spitze, die den Federbalg nicht beschädigten und den Vogel nur vorübergehend betäubten. Oder man erlegte die Tiere mit schwach vergifteten Pfeilen, die nur kurze Zeit betäubend wirkten, riss den Vögeln die Federn aus und schenkte ihnen im Übrigen die Freiheit.”

Bedrohter Lebensraum - Bedrohte Kultur

Alexandra Bravo - Arte Plumaria - FreiburgSüdamerika ist das klassische Land des Federschmucks. Nirgendwo hat die Kunst der Federverarbeitung einen so hohen Stand erreicht wie im Amazonasgebiet Brasiliens und den angrenzenden Regionen.

Der tropische Regenwald im Amazonasgebiet wird heute in rasantem Tempo zerstört. Dabei werden nicht nur Tiere und Pflanzen in grosser Zahl ausgerottet, auch den dort lebenden Naturvölkern wird die Lebensgrundlage entzogen. Selbst wenn diese Völker die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums überdauern, werden ihre traditionelle Lebensweise und ihre Kultur durch den Einfluss der Zivilisation aus den Industrieländern bedroht und verdrängt.

Die ursprüngliche Lebensart dieser Völker findet man nur noch in wenigen Gebieten von Lateinamerika (Brasilien, Bolivien, Ecuador, Kolumbien u.a...). Dass die Indianer und ihre Kultur heute am Aussterben sind, ist den Industrienationen nicht genügend bewusst. Deshalb setzen sich nur wenige Institutionen für die Erhaltung dieser Kulturen ein.

Es gilt zu bedenken, dass man die Natur nicht überbeanspruchen darf. Heute sind bereits viele exotische Vogelarten durch die Zerstörung ihres Lebensraums ausgestorben oder am Aussterben. Auch durch die Federmode - die Sucht, sich mit exotischen Federn zu schmücken - wurden zu Beginn unseres Jahrhunderts zahlreiche Vogelarten an den Rand des Aussterbens gebracht. Um dem entgegenzuwirken, verwende ich für meine Federarbeiten nur Hühnerfedern, damit auch die zukünftigen Generationen die Schönheit exotischer Vögel erfahren können.